Notfall-Ausbildungszentrum Spital Wallis
Arnaud Zufferey, Pflegeleiter Notfall Spitalzentrum Mittelwallis, baut in der ehemaligen geschützten Operationsstelle im Spitalgebäude von Sitten ein Notfall-Ausbildungszentrum auf. Ziel ist es, aus dem Spital Wallis ein Kompetenzzentrum für Notfallpflege zu machen.
„In Sitten verfügen wir über ein grosses Know-how in den Bereichen Notfälle und Gipsen. Wir möchten dieses Wissen an möglichst viele Pflegefachpersonen weitergeben und uns so klar als Traumazentrum positionieren", sagt Arnaud Zufferey, Pflegeleiter Notfall am Spitalzentrum Mittelwallis (CHCVs).
In den nicht mehr genutzten Räumlichkeiten der ehemaligen geschützten Operationsstelle im Untergeschoss des Spitals Sitten fand Zufferey den idealen Platz zur Verwirklichung dieses Vorhabens: Hier wurden drei Schulungsräume für Reanimation (BLS/AED), Schockbehandlung (erweiterte Reanimation) und Gipsen eingerichtet. Ein Theorieraum gehört ebenfalls zum Angebot. „Ziel ist es, zusammen mit den Ausbildnern des Departements Notfall ein anerkanntes strukturiertes Zentrum aufzubauen, basierend auf den bereits vorhandenen oder noch zu entwickelnden Kompetenzen des Departements. Selbstverständlich wird man auch Partnerschaften mit anderen Departementen suchen, die daran interessiert sind, hier ihr Personal zu schulen“, so Zufferey weiter.
Notfälle: 55% spezialisierte Pflegefachpersonen am Spital Wallis
55% des in den Notfallabteilungen des Spital Wallis tätigen Pflegepersonals ist auf Notfallpflege spezialisiert. Damit liegen wir in der Westschweiz an der Spitze. Doch man kann sich immer noch weiter verbessern. Das neue Ausbildungszentrum hat den Vorteil, dass es sowohl den „Alteingesessenen“ als auch den „Neuankömmlingen" dient. „Die Schulungsräume bieten uns die Möglichkeit, in einem sicheren Umfeld seltene Extremsituationen durchzuspielen oder konkret erlebte Fälle noch einmal neu aufzurollen, um daraus zu lernen.“ Auch das in der Notfallbehandlung so wichtige Teamwork kann hier in Anwesenheit sämtlicher Akteure weiter verfeinert werden – dies alles unter den strengen Blicken von Experten und Ausbildnern, welche das Geschehen per Kamera mitverfolgen und für Realitätsnähe sorgen.
Kompetenzzentren „Notfall“ und „Gipsen“
Seit Mai 2011 ist das Spital Wallis eines von 12 Schweizer Spitalzentren, die der Bund in seiner Planung der hochspezialisierten Medizin als „Traumazentrum“ – also als Behandlungsstätte für Schwerverletzte – vorgesehen hat. In der Westschweiz wurden neben dem Spital Wallis nur noch das CHUV und das HUG ausgewählt. „Ganz im Sinne dieser Anerkennung wollen wir ein Kompetenzzentrum für Notfälle aufbauen, das diesen Namen auch verdient. Das Ausbildungszentrum ist ein fantastisches Instrument, um in diese Richtung zu gehen“, freut sich Arnaud Zufferey.
Das Ausbildungszentrum wird auch viel von den bereits vorhandenen Kompetenzen im Bereich des Gipsens profitieren. „Auch in diesem Bereich wollen wir, dass Sitten zu einem Kompetenzzentrum wird, das Fachkräfte aus der ganzen Westschweiz und darüber hinaus anzieht.“
Partnerschaft mit FachhochschuleIn einem innovativen Joint-Venture werden das Departement Notfall und die Fachhochschule für Gesundheit und Soziale Arbeit zusammenarbeiten, um Theorie und Praxis der Notfallpflegeausbildung auf einen Nenner zu bringen. Dank des Ausbildungszentrums können die Studierenden den Umgang mit komplexen Reanimationsszenarien erlernen.