Ein Tag im Leben von...

  • 13.06.2013Dr. Claude Haller

    Das Spital Wallis öffnet uns die Türen seines Operationstrakts. Wir begleiten Dr. Claude Haller, den Chefarzt der chirurgischen Abteilung und Leiter der Einheit für Gefässchirurgie des Spitals Sitten. Wir konnten mehreren Operationen beiwohnen und Zeuge der präzisen Organisation im Herzen des Spitals werden.

  • 07:15

    Chirurgie-Besprechung

    Kurz nach seiner Ankunft im Spital begibt sich Dr. Claude Haller in den Sitzungsraum zur morgendlichen Dienstbesprechung in der Chirurgie. Die Krankenfälle werden den Fachärzten und dem Chefarzt vorgelegt, um eine geeignete Betreuung zu vereinbaren. Intensiv geführte Gespräche ermöglichen eine Bewertung der Fälle unter Einbeziehung der Erfahrung aller Anwesenden.
  • 07:25

    Visite

    Dr. Haller und die übrigen Chefärzte in der Chirurgie begeben sich in Begleitung angehender Ärzte in die Intensivpflege, um sich über den Gesundheitszustand der dort aufgenommenen Patienten zu informieren.
  • 08:00

    Erste Operation des Tages

    Jessica Di Dio und Mélanie Noris, Instrumentistinnen im Operationstrakt, unterstützen den Chirurgen bei der Vorbereitung auf die Operation eines Patienten, der unter einer arteriellen Okklusion (Verschluss) im rechten Bein leidet. Der erste Schritt besteht in der Durchführung einer Arteriographie (schmerzlose Injektion eines Kontrastmittels zur Beobachtung und Kontrolle der Durchlässigkeit der Arterie während der Operation).
  • 08:10

    Medizinische Bildgebung

    Die Untersuchung erfolgt unter intensivem Informationsaustausch mit Valentin Roessli, Techniker in medizinischer Bildgebung und Referent für Röntgengeräte. Der Techniker ist darüber hinaus für die optimale Nutzung der Geräte unter möglichst geringer Strahlenbelastung für das medizinische Team und den Patienten verantwortlich.
  • 08:39

    Einsetzen des Stents in die Arterie

    Dr. Haller, assistiert von Oberarzt Rudolf Feer und Instrumentalistin Mélanie Noris, bereitet den Stent vor und setzt ihn ein. Der Stent wird den arteriellen Fluss im Bein des Patienten aufrechthalten. Die unter örtlicher Betäubung durchgeführte Operation verläuft wir vorgesehen. Nach einigen Erläuterungen und Empfehlungen an den Patienten wird dieser in die Aufwachstation und später in die Tagesklinik verlegt.
  • 08:55

    Vorbereitung und Organisation

    Kaum hat der Patient den Operationstrakt verlassen, räumen Assistenten, Bildtechniker, Anästhesiepflegerin und Chirurgen den Saal auf, führen ein Inventar der Instrumente durch und bereiten die Ankunft einer Patientin vor, die unter einer Stenose der Halsschlagader leidet. Es ist Eile geboten: die die Schlagader zusetzenden Elemente könnten aufbrechen und das Gehirn erreichen. Der Trakt wird gründlich gereinigt, alle Instrumente minutiös auf der sterilen Unterlage für die Operation bereitgehalten.
  • 09:05

    Anästhesie

    Dr. Jean-Claude Granges, Leitender Arzt in der Anästhesie, bereitet die Patientin mit einer örtlichen Betäubung am Hals für die Operation vor.
  • 09:25

    Beginn der Operation

    Die Operation beginnt. Jede Geste und jeder Wortwechsel zwischen den Mitgliedern des Teams sind präzise einstudiert. Wir haben den Eindruck, der Vorstellung eines perfekt eingespielten Orchesters beizuwohnen: die Schritte folgen übergangslos aufeinander, als ob sie tausende Male einstudiert worden wären.
  • 10:45

    Erfolgreicher Abschluss

    Ende der mehr als einstündigen Operation: Dr. Haller informiert die Patientin über den reibungslosen, erfolgreichen Verlauf der Operation. Die Anästhesiepflegerin redet beruhigend auf die Patientin ein, während die Chirurgen die Operationswunde nähen. Die Patientin wird in die Aufwachstation gebracht. Instrumentalistin und Operationsgehilfe prüfen die Geräte anhand einer Checkliste.
  • 12:15

    Gefässchirurgie-Besprechung

    Dr. Haller begibt sich in die wöchentliche Gefässchirurgie-Besprechung. Wie bei der Chirurgie-Besprechung werden die Fälle von den anwesenden Fachärzten (Radiologen, Chirurgen, Nierenspezialist und Dr. Johnny Vogel, einer von drei niedergelassenen Angiologen) erörtert. Die hier besprochenen Operationen und Behandlungen profitieren von der Erfahrung und Expertise aller anwesenden Mediziner. Patricia Loesch, Sekretärin von Dr. Haller, führt Protokoll und sendet es später an alle Teilnehmer.
  • 13:44

    Beobachtung einer Operation

    Dr. Haller zieht sich erneut um, um im Operationstrakt den letzten Schritten beim Einsetzen eines Rückenmarkstimulators (Gerät zur Störung eines Schmerzsignals mithilfe von elektrischen Strömen) durch einen Kollegen beizuwohnen.
  • 15:05

    Visite in der Tagesklinik

    Dr. Haller begibt sich zum Krankenbett des um 8 Uhr am selben Morgen operierten Patienten. Die minimalinvasiv, endovaskulär vorgenommene Operation (kleine, für den Körper nur gering traumatisierende Punktion) ermöglicht es dem Patienten, das Krankenhaus nur wenige Minuten nach der im Beisein des Arztes erfolgten Begutachtung zu verlassen. Unter einigen Ratschlägen für den Patienten wird ein Termin für die Kontrolluntersuchung vereinbart.
  • 17:50

    Rückkehr in den Operationstrakt

    Dr. Haller kehrt in den Operationstrakt zurück, wo noch zwei Operationen bis zum Tagesende vorgesehen sind. Er wird seinen Arbeitstag zwei Stunden später beenden.