Tagesklinik für Erwachsene

Unser Therapieprogramm

    Therapieverfahren

    Die tagesklinische Behandlung besteht aus mehreren sinnvoll aufeinander abgestimmten Therapiemodulen. Alle unsere Patienten werden in dieses multimodale Behandlungssetting eingebunden. Sie nehmen an allen Werktagen an den verschiedenen psychotherapeutischen Bausteinen in einer festen Reihenfolge teil. Durch die unterschiedlichen Herangehensweisen unseres multiprofessionellen Teams bietet Ihnen dieses Therapieprogramm die Möglichkeit, neue Erfahrungen mit sich selber und mit anderen Menschen in einer Gruppe zu machen.

    Die Therapeuten kommen regelmäßig zu Teamsitzungen zusammen und besprechen jeden Behandlungsverlauf. Hieraus ergibt sich ein ganzheitliches Verständnis der spezifischen Entwicklung und der einzigartigen Lebensgeschichte jedes Patienten. Dies ermöglicht eine den Erfordernissen angepasste individuelle therapeutische Begleitung unserer Patienten im Behandlungsprozess.

    Hier können Sie einen beispielhaften Wochenplan ansehen.

    Einzel-Psychotherapie

    In der Einzel-Psychotherapie werden im geschützten therapeutischen Raum die während der Behandlung neu gemachten Erfahrungen hinsichtlich ihrer therapeutischen Relevanz gewertet und in ein modifiziertes Selbstbild eingeordnet. Wöchentliche Termine finden bei einem Bezugstherapeuten statt. Die Einzeltherapeuten sind umfassend für die Führung der Behandlung verantwortlich.

     

    Wirkfaktoren der Einzeltherapie:

    • das Krankheitsgeschehen wird unter ganzheitlich-psychosomatischem Gesichtspunkt analysiert
    • die Persönlichkeitsstruktur wird auf dem Hintergrund der Biografie mit den psychischen und sozialen Auslösern der Beschwerden in Beziehung gesetzt
    • neue emotionale Erfahrungen werden ermöglicht und damit der persönlichen Betrachtung und Bewertung zugänglich gemacht
    • lösungsorientierte Handlungskompetenzen werden entwickelt

    Gruppen-Psychotherapie

    Die schematherapeutisch ausgerichtete Gruppentherapie findet einmal in der Woche statt und bietet einen besonders intensiven Erfahrens-, Erprobungs- und Entwicklungsraum im Miteinander. Die Gruppe stellt einen sozialen Mikrokosmos dar.

    Wirkfaktoren der Gruppentherapie:

    • Erkenntnis, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Erleben von Gemeinschaft, Wertschätzung und Anteilnahme
    • Erleben, dass man, oft entgegen der eigenen Erwartung, anderen Menschen etwas zu geben hat. Stärkung des Selbstwertgefühls und Erhöhung von Selbstwirksamkeit
    • die Offenheit von Mitpatienten kann ermutigen, sich eigene Gedanken und Erfahrungen zuzugestehen und vor den anderen in Worte zu fassen sowie Gefühle intensiver zu erleben und zu zeigen
    • sich einlassen auf ein Übungsfeld für zwischenmenschliche Konflikte („zwischenmenschliches Lernen“)
    • Erkennen und Aufarbeiten hemmender Beziehungsmuster („sich selber besser verstehen lernen“)
    • neue „korrigierende“ emotionale Erfahrungen machen. Erleben von Resonanz, Spiegelung und Nachreifung
    • Orientierungshilfen beim Vergleich, wie Mitpatienten mit der Bewältigung von Beschwerden und ihrer Krankheit umgehen

    Erfahrungsgemäß erleben unsere Patientinnen und Patienten die Gruppe als große Unterstützung in ihrem Heilungsprozess.

    Entspannungstherapie

    In der Entspannungstherapie wird mittels progressiver Muskelrelaxation und autogenem Training eine neue Form des Zugangs zu sich selbst und dem eigenen Körper entwickelt. Mit speziellen Übungen kann eine körperliche und psychische Entspannung hervorgerufen werden. Die Entspannungsübungen können im Alltag gut fortgeführt werden und sind hilfreich bei Unruhezuständen, Schlafstörungen und beim Abbau eines allgemein hohen Anspannungsniveaus.

     

    Ziele

    Die Ziele der Entspannungstherapie sind:

    • Verminderung des inneren Anspannungs- und Unruhepegels
    • Reduktion der allgemeinen muskulären Anspannung
    • Reduktion von Stresssymptomen
    • Ausgleichender Effekt auf die Emotionen
    • Verbesserung der Körperwahrnehmung
    • Verbesserung der kognitiven Funktionen

    Arbeitsvorbereitung

    In der Arbeitsvorbereitung erhalten die Patienten die Möglichkeit, sich über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren, ein Bewerbungsdossier zu erstellen, sich auf Vorstellungsgespräche z.B. in Rollenspielen vorzubereiten und sich im Internet, in den Tageszeitungen und anderen Medien auf dem aktuellen Stellenmarkt zu orientieren. Dabei werden Verbindungen mit der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) hergestellt bzw.  Kontakte mit aktuellen Arbeitgebern aufrechterhalten. Ausserdem können, in der Arbeitsvorbereitung, liegengebliebene Pendenzen (RAV, Krankenkassen Formulare, oder nötige Telefonate) erledigt werden.

     

    Ziele

    Das Ziel der Arbeitsvorbereitung ist, dass unsere Patienten sich wieder in das Berufsleben integrieren. Dabei müssen sie sich selbst überwinden, in die Handlung kommen, eigenverantwortlich handeln, Entscheidungen treffen und sich somit wieder als selbstwirksam erleben.

    Gesundheitsförderung

    Die Gesundheitsförderung umfasst wirksame Massnahmen zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit. Es handelt sich um einen Prozess, in welchem die Patienten dazu befähigt werden, ihre Gesundheit zu stärken. Durch themenbezogene Gruppenarbeiten kommt es zu einem Austausch in der Gruppe. Die Gesundheit wird aus einer ganzheitlichen Sichtweise betrachtet. Das bedeutet, dass die Gesundheit als körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden wahrgenommen werden kann.

     

    Ziele

    Das Ziel der Gesundheitsförderung besteht darin, dass die Patienten einen adäquaten Umgang mit sich selbst erfahren, welcher der Förderung und Erhaltung der Gesundheit dient.

    Einzelhandwerk

    Die Patienten erarbeiten und gestalten in Einzelarbeit mit verschiedenen Materialien und mit Unterstützung ein individuelles Werkstück. Mit Materialien wie Ton, Holz, Speckstein und Seide werden die handlungspraktischen Fähigkeiten gefördert.

    Ziele

    Ziele vom Einzelhandwerk liegen darin, dass die Handlungsplanung gefördert, Handlungsmöglichkeiten erweitert und Patienten handlungsaktiv werden. Das Erleben von Selbstwirksamkeit und Lösungsorientiertes Arbeiten sind weitere elementare Ziele des Einzelhandwerks. Des Weiteren sollen Patienten ermutigt werden, Lösungen zu suchen und zu finden, die Frustrationstoleranz zu erhöhen und Erfolgserlebnisse zu erfahren. Der Patient spürt zeitnah die Konsequenzen des eigenen Handelns und lernt bei der Arbeit am Werkstück mit eigenen Fehlern umzugehen. Auch das Kennenlernen verschiedener Erlebnisqualitäten anhand diverser Materialien ist ein wichtiger Bestandteil des Einzelhandwerks. Das Handwerk ermöglicht ihnen auch Fertigkeiten zu üben, welche ihnen im Alltag schwerfallen. Sie können so an ihren individuellen Zielen arbeiten, wie zum Beispiel, sich konzentrieren können und sich an eine vorgegebene Struktur halten.

    Bildnerisches Gestalten

    Im bildnerischen Gestalten drücken sie die Patienten mithilfe von Farben und Formen nonverbal aus, wobei das Malen nach einem vorgegebenen Thema im Vordergrund steht. Alltagsnahe Themen wie Abgrenzung, Nähe-Distanz, Nein sagen, Verantwortung übernehmen, bzw. abgeben werden aufgegriffen. Die Interaktion zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern steht dabei im Mittelpunkt. Das begrenzte Papier bietet einen geschützten Übungsraum, in dem nonverbale Kommunikation stattfindet.

     

    Das während des Malens Erlebte wird in der Abschlussrunde verbalisiert und der Bezug zu Verhaltensmustern aus dem Alltag gezogen.

    Ziele

    Das Ziel des bildnerischen Gestaltens liegt darin, einen Zugang zum eigenen Gefühlsleben zu schaffen, sich im Malen auszuprobieren und sich nonverbal auszudrücken. Zu den oben genannten Themen soll ein Alltagsbezug hergestellt werden. Des Weiteren liegt das Ziel darin, Erlebtes zu verarbeiten und Ängste vor fixen Vorstellungen abzubauen. Patienten sollen eine Begegnung mit Gemeinsamem und Verschiedenem erfahren, Akzeptanz und Toleranz fördern sowie eigene Verhaltensmuster erkennen und neue Verhaltensmöglichkeiten in diesem geschützten Rahmen ausprobieren.

    Konzentrationstraining

    «Lernen ist Wiederholen. »

    Allgemein zielt das Konzentrationstraining auf ein ganzheitliches, gesundheitsorientiertes Training kognitiver Funktionen wie Konzentration, Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, Logik und Sprache. Dies funktioniert mithilfe von Arbeitsblättern und Lernspielen.

    Ziele

    Die Patienten lernen, ihre Gedanken zu steuern, sich auf etwas zu fokussieren und sich zu konzentrieren. Im Zusammenspiel mit den anderen therapeutischen Angeboten entfaltet kognitives Training seine Wirkung, indem die Inhalte der anderen Gruppen schneller umsetzbar und greifbarer sind. Ausserdem wird damit die Konzentrationsfähigkeit gefördert, was einen positiven Einfluss auf Handlungsstrategien im Alltag haben soll.

    Kleingruppe

    In der Kleingruppe werden der Gruppe angepasste Aktivitäten wie Bewegung, Gruppenspiele, kreative Tätigkeiten etc. durchgeführt.

    Ziele

    • Individuelle Fähigkeiten fördern und erhalten.
    • Förderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung.
    • Motivation, Belastbarkeit und Ausdauer durch Erfolgserlebnisse fördern.
    • Sich an Regeln halten.

    Offene Gruppe

    Die offene Gruppe wird von einem in der Gruppe bestimmten Patienten organisiert. Der Patient bringt Vorschläge ein, welche Aktivitäten mit der Gruppe unternommen werden. Dies können Spiele draussen oder innen, kreative Tätigkeiten, Besichtigungen, sportliche Aktivitäten oder Gemeinschaftsspiele sein.

    Ziele

    Das Ziel der offenen Gruppe besteht darin, dass Patienten die Übernahme von Verantwortung erfahren. Dabei steht die Förderung von Selbständigkeit, situationsgerechtem Verhalten, sozialem Kompetenzen und Realitätsbezogenheit im Vordergrund.

    ZERA

    (Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit)

    ZERA ist ein Gruppentrainingsprogramm zur Unterstützung der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischer Erkrankung. Dabei geht es um ein didaktisches Erarbeiten der folgenden drei Leitfragen:

    1. Wo liegen zurzeit meine Stärke und Schwächen?
    2. Welche Arbeits- und Unterstützungsmöglichkeiten kann ich nutzen?
    3. Welche Wünsche und Ziele habe ich für meine berufliche Zukunft?

    Ausserdem wird das Problemlösetraining, Krisenintervention, Vulnerabilitäts-Stress-Modell und Rückfallprophylaxe in Bezug auf Arbeit in der Gruppe erarbeitet.

    Die Gruppeninhalte sind auch verzahnt mit den Inhalten anderer gruppentherapeutischen Angebote der Tagesklinik. Begriffe, wie Frühwarnzeichen, Entlastungsmöglichkeiten, Spannungskurve können aus anderen Gruppen genommen und weiterbearbeitet werden.

    Ziele

    Das Ziel der ZERA-Gruppe besteht darin, die Selbstwirksamkeit und die Handlungskompetenz der Patienten zu fördern. Patienten sollen bei der Wiedereingliederung in die Arbeitswelt Unterstützung erfahren. Sie haben hier auch die Möglichkeit, sich ohne Druck und Angst mit dem Thema der Arbeit auseinander zu setzen und lernen darüber hinaus ihre Grundarbeitsfähigkeiten kennen.

    Psychoedukative Gruppe Schematherapie (PS)

    Die PS ist eine theoretisch-praktische Ergänzung zu der schematherapeutisch ausgerichteten Gruppentherapie der Tagesklinik für Erwachsene. Sie bietet unseren Patienten die Gelegenheit, ihre Erlebensmuster und -zustände (Schemata und Modi) kennenzulernen. Zudem ermöglicht das gruppentherapeutische Setting den Patienten, sich über eigene Schemata und Modi auszutauschen sowie den Umgang mit ebendiesen sowohl in Einzel- als auch Gruppenarbeiten zu erlernen.

    Wie die anderen psychoedukativen Gruppen der Tagesklinik ist auch die PS in acht aufeinander aufbauenden Sitzungen eingeteilt. Die ersten drei Sitzungen befassen sich mit den Schema- und Modus-Konzepten. Mithilfe von spezifischen Fragebögen lernen die Patienten, innerhalb von Gross- und Kleingruppenarbeiten ihre Schemata und Modi zu identifizieren. Die nachfolgenden Sitzungen fokussieren das Erkennen von sowie den Umgang mit den verschiedenen Modi im Alltag.

    Ziele

    Das Ziel der PS besteht darin,

    • Eigene Erlebensmuster und -zustände (Schemata und Modi) kennenzulernen sowie sich im eigenen Denken, Fühlen und Handeln besser zu verstehen
    • Wissen über die Entstehung und Funktionsweise der eigenen Schemata und Modi anzueignen
    • Sich in Kleingruppenarbeit auszutauschen und zu üben
    • Verschiedene Fertigkeiten und Bewältigungsstrategien im Umgang mit eigenen dysfunktionalen Schemata und Modi zu erlernen
    • Bessere und effektivere Teilnahme an der «Gruppentherapie» sicherzustellen.

    Psychoedukative Gruppe Depression

    Die Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich auf verschiedene Aspekte einer Person auswirkt: Die Stimmung, das Verhalten und das Denken sind beeinträchtigt. Die Depression wirkt sich darauf aus, wie eine Person isst und schläft, wie sie sich fühlt und wie sie denkt. Mit der richtigen Behandlung kann den meisten Personen mit einer Depression geholfen werden, damit sie sich wieder besser fühlen und lernen mit ihrer Erkrankung umzugehen. Dafür müssen sie die Depression aber auch als solche erkennen. Mithilfe der psychoedukativen Gruppe Depression soll unseren Patienten genau dies ermöglicht werden.

    Ziele

    Das Ziel der psychoedukativen Gruppe Depression besteht darin…

    • die Ursachen, Symptome und Abläufe einer depressiven Erkrankung zu erkennen und verstehen lernen,
    • zu verstehen, wie sie mit einer Depression umgehen können,
    • verschiedene Fertigkeiten und Strategien für den Umgang mit der Depression kennenzulernen und innerhalb sowie ausserhalb der Tagesklinik zu üben,
    • sich in der Gruppe auszutauschen und Diskussionen zu führen,
    • die Möglichkeit zu schaffen, sich emotional zu entlasten und eigenes Wohlbefinden zu fördern.
    • einen langfristigen und nachhaltigen Umgang mit der Depression aufzubauen, um mögliche Rückfälle zu verhindern.

    Psychoedukative Gruppe Angst

    Das angeborene, normale und ungefährliche «Alarmsystem» Angst kann uns aus unterschiedlichen Gründen entgleisen: Die Ängste treten dann stärker als notwendig, wiederholt und länger auf. Betroffene, die an einer Angststörung leiden, erleben zusätzliche Gefühle des Kontrollverlusts, der Hilflosigkeit und der Resignation. Die Ängste bestimmen zunehmend ihr Leben und schränken sie privat sowie beruflich ein. Die Folgen sind ein hoher Leidensdruck, Scham und ein reduziertes Wohlbefinden. Mit der richtigen Behandlung kann den meisten Betroffenen mit einer Angststörung allerdings geholfen werden, damit sie ihre Erkrankung besser verstehen, lernen damit umzugehen und die Kontrolle über ihre Ängste zurückgewinnen. Mithilfe der vorliegenden Gruppentherapie soll genau dies ermöglicht werden. Die psychoedukative Gruppe Angst besteht dabei aus acht aufeinander aufbauenden Sitzungen, welche die Wissensvermittlung, den Austausch sowie das Erlernen von Bewältigungsstrategien in den Vordergrund stellen.

     

    Ziele

    Das Ziel der psychoedukativen Gruppe Angst besteht darin, 

    • die Ursachen, Symptome und aufrechterhaltenden Faktoren von Angsterkrankungen verstehen und erkennen zu lernen;
    • Wissen anzueignen, wie Betroffene mit ihrer Angsterkrankung umgehen können;
    • verschiedene Fertigkeiten und Strategien zur Behandlung der Angsterkrankung innerhalb und ausserhalb der Tagesklinik zu üben;
    • sich in der Gruppe auszutauschen, zu diskutieren und voneinander zu lernen;
    • Ängste nicht auszuradieren, aber zurück in einen normalen, gesunden Bereich zu bringen. Vermeidungsverhalten zu durchbrechen, Einschränkungen im privaten und beruflichen Leben zu reduzieren, damit Betroffene die Kontrolle über ihre Ängste zurückgewinnen;
    • einen langfristigen und nachhaltigen Umgang mit Belastungen und Ängsten aufzubauen, um mögliche Rückfälle zu verhindern.

    Soziale Kompetenz

    Als soziale Kompetenz wird die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen verstanden, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen. Sozialkompetentes Verhalten kann genauso gelernt werden wie andere Verhaltensweisen auch. Die Gruppe soziale Kompetenzen beschäftigt sich vor allem mit den drei Typen Recht durchsetzen (Typ R), Beziehung (Typ B) und Sympathie (Typ S). Diese werden auf theoretischer und praktischer Ebene mit den Patienten besprochen und in Rollenspielen geübt, was einen Transfer in den Alltag ermöglicht.

    Ziele

    • Hilfe durch Übungen in folgenden Problembereichen:
      • Bei Schwierigkeiten, berechtigte Forderungen und Interessen durchsetzen.
      • Bei Schwierigkeiten, im Umgang mit Partner, Freunden und Bekannten seine Bedürfnisse und Wünsche angemessen zu vertreten.
      • Bei Schwierigkeiten, die Sympathie anderer Leute zu gewinnen (z.B. bei der Kontaktaufnahme).
    • Auseinandersetzung mit den eigenen sozialen Fähigkeiten und Erweiterung der sozialen Kompetenzen.
    • Übertragung des theoretisch besprochenen und in Rollenspielen geübten in den Alltag.

    Emotionsregulation

    Jeder Mensch erlebt Emotionen und muss einen Umgang mit ihnen finden. Emotionen sind Hinweisgeber und somit eine Orientierungshilfe unseres Körpers durch unseren komplexen Alltag. Emotionsregulationen beinhaltet, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sie zu verstehen und sie anzunehmen. Es bedeutet auch, Ziele zu verfolgen, auch wenn negative Gefühle erwartet werden. Emotionsregulation hilft, eigene Impulse zu kontrollieren und Regulationsstrategien einsetzen zu können, die der Situation angemessen sind. Die Gruppe Emotionsregulation in der Tagesklinik enthält 5 verschiedene Themenbereiche (Achtsamkeit, Stresstoleranz, Anspannungen, Umgang mit Gefühlen, Zwischenmenschliche Fertigkeiten), welche mit den Patienten in insgesamt 10 Sitzungen abgehandelt werden.

    Ziele

    • Wissen über Emotionen und Emotionsregulation erhalten.
    • Lernen zu erkennen, in welchem emotionalen Zustand sie gerade sind.
    • Warnsignale erkennen.
    • Verbesserung der eigenen emotionalen Regulationsfähigkeit.
    • Einüben von Achtsamkeit, die ein Teil der Emotionsregulation ist.

    Erarbeiten eines Notfallkoffers, resp. einer Werkzeugkiste mit verschiedenen Fertigkeiten, um mit dem über- bzw. unterregulierten emotionalen Zustand besser umgehen zu können.

    Kochen/Gemeinsames Mittagessen

    Gekocht wird täglich von Montag bis Freitag für die Tagesklinikpatienten und ihre Begleitpersonen. Je zwei Patienten melden sich jeweils am Dienstag bei der Aufgabenverteilung zum Kochen. Das Menü wird in der Gruppe, unter Einhaltung des Budgets pro Person, vorbesprochen. Die Mengen werden berechnet und der Einkauf geplant. Die Rolle der Begleitperson besteht aus Anleiten, Unterstützen, delegieren und nach Bedarf koordinieren.

     

    Ziele

    • Die Kochgruppe bietet den Patienten die Möglichkeit, die Eigenständigkeit im häuslichen Bereich für ein selbstständiges Leben zu erhalten.
    • Die Essbegleitung unterstützt die Esskultur, das Einhalten der Essenszeiten, Tischregeln und hält therapeutische Interventionen bzgl. des Essens aufrecht.
    • Auseinandersetzung mit einer gesunden, durchdachten und preisbewussten Ernährung
    • Fertigkeiten erhalten (Können einbringen, erhalten)
    • Fertigkeiten aneignen (Kennenlernen, Üben und Erfolgserlebnisse erfahren)
    • Selbständigkeit in der Selbstversorgung erhalten
    • Fördern und erhalten der Sozialkompetenz, Gruppenfähigkeit und Interaktionsfähigkeit

    Mediathek

    Einmal wöchentlich besucht die Patientengruppe der Tagesklinik die Mediathek in Brig. Hier haben die Patienten die Möglichkeit sich mit verschieden Inhalten zu beschäftigen, sich zu informieren, weiterführende Schritte zu ebnen durch Informationen bezüglich Arbeit, Krankheit u.o. sich wieder in Hobbys/Persönliche Interessen zu fördern.

    Ziele
    Die Patienten erhalten durch den Besuch in der Mediathek einen Zugang zu Literatur, Film und Musik. Patienten erfahren auf diese Weise, wie und wo sie sich über alle Fachgebiete informieren können. Nicht zuletzt soll es Patienten sich einen Zugang zu Bildung und Information verschaffen.

    Walking

    In der Gruppe gehen die Patienten gemeinsam laufen. Dabei wird der gesamte Bewegungsapparat koordiniert und trainiert. Walking ist körperlich effektiv und wenig belastend. Bei psychisch erkrankten Menschen stellt Walking eine Methode zur körperlichen Aktivität, insbesondere aber auch der Körperwahrnehmung dar. Durch die Auswirkungen von körperlicher Tätigkeit auf das psychische Befinden lässt sich diese Aktivität in vielfältiger Hinsicht zum Wohle der Patienten nutzen.

    Ziele
    Durch das Fördern und Trainieren des Bewegungsapparates erreichen die Patienten eine Steigerung ihres psychischen und physischen Wohlbefindens. Sie bekommen die Möglichkeit, die Freude an Bewegung zu erlernen bzw. wiederzugewinnen. Beim Walking werden zudem die sozialen Kompetenzen geübt und erweitert.

    Zwischenmenschliches Miteinander

    Ein wichtiger Wirkfaktor des tagesklinischen Aufenthaltes, über die eigentlichen Therapiebausteine hinaus, ist das „therapeutische Milieu“ im Allgemeinen. Auch außerhalb der Therapien, wie z. B. in den Pausen, finden wichtige Begegnungen und vertiefte persönliche zwischenmenschliche Gespräche statt. Die Erfahrung, möglicherweise aus einer Situation des sozialen Rückzugs in ein Feld menschlicher Begegnung zu gelangen, kann zwar einerseits zunächst Angst machen, wird aber meist als wichtige Unterstützung und Schritt nach vorne in ein soziales Miteinander erlebt. Viele Patienten erleben diese Erfahrung als wichtigen Aspekt ihres Aufenthaltes und nehmen wichtige Anregungen hieraus für sich mit. Unsere Aufenthaltsräume bieten hierzu den entsprechenden Rahmen.

    Medizinische Betreuung

    Die medizinische Betreuung wird von einem Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie vorgenommen. Ergänzend bestehen Kooperationen mit allen weiteren Fachrichtungen, an die unsere Patienten bei Bedarf zu einer ergänzenden Diagnostik oder Mitbehandlung zeitnah und in Kliniknähe weitervermittelt werden können.

     

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit

    Zu einer umfassenden, ganzheitlichen Behandlung unserer Patienten gehört auch die engmaschige Zusammenarbeit mit Angehörigen, Arbeitgebern, Hausärzten, Sozialdiensten, vor- und nachbehandelnden Therapeuten sowie weiteren zentralen Institutionen (z.B. Invalidenversicherung). Im Rahmen von gemeinsamen Sitzungen werden Informationen ausgetauscht, Aufträge und Zuständigkeiten geklärt, um für unsere Patienten die bestmögliche Unterstützung sicherzustellen. Hierbei steht auch die berufliche Wiedereingliederung im Vordergrund, die mittels Unterstützung der beruflichen Neuorientierung, der Koordination von Arbeitserprobungen sowie dem tagesklinischen Therapiegefäss „Arbeitsvorbereitung“ begleitet wird.

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