Spezialisierte onkologische Sprechstunden
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Hautkrebs
Unsere Abteilung bietet eine spezialisierte Behandlung von Hautkrebserkrankungen an, insbesondere von Melanomen, Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen. Diese Sprechstunde ermöglicht eine individuelle Beurteilung, die Erstellung eines maßgeschneiderten Behandlungsplans (Chirurgie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapien, Strahlentherapie) sowie eine multidisziplinäre Nachsorge in Zusammenarbeit mit spezialisierten Dermatologen und Chirurgen.
Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form von Hautkrebs. Es entsteht aus den Basalzellen der Epidermis, häufig an sonnenexponierten Stellen (Gesicht, Hals, Ohren, Kopfhaut). Die Behandlung basiert auf einer chirurgischen Entfernung, die je nach Lage oder Größe manchmal durch ergänzende Therapien ergänzt wird.
Das Melanom ist eine Hautkrebsart, die aus den Melanozyten entsteht, den für die Hautpigmentierung verantwortlichen Zellen. Bestimmte Anzeichen sollten alarmieren: eine Veränderung der Größe, Form oder Farbe eines Muttermals, das Auftreten eines ungewöhnlichen Pigmentflecks oder eine Läsion, die blutet, juckt oder nicht verheilt. Häufig wird die ABCDE-Regel verwendet, um die Warnzeichen zu erkennen: Asymmetrie, unregelmässige Ränder, uneinheitliche Farbe, Durchmesser über 6 mm und schnelle Veränderung. Die Diagnose basiert auf einer klinischen Untersuchung, gefolgt von einer Exzision (Entfernung) der verdächtigen Läsion zur Analyse. Die Behandlung variiert je nach Stadium des Melanoms. Bei lokal begrenzten Formen kann eine alleinige chirurgische Entfernung erfolgen, bei fortgeschrittener Erkrankung kann sie mit anderen Behandlungen (Lymphknotenentfernung, Immuntherapie, zielgerichtete Therapien) kombiniert werden. -
Gynäkologische Krebserkrankungen
Unsere gynäkologische Onkologie-Sprechstunde befasst sich mit Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Jede Patientin wird im Rahmen einer multidisziplinären Untersuchung beurteilt, um einen auf ihre Situation zugeschnittenen Behandlungsplan zu erstellen.
- Eierstockkrebs: Er wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert und macht in der Schweiz jährlich etwa 600 neue Fälle aus. Die Behandlung basiert auf einer Operation zur Entfernung des Tumors sowie einer Chemotherapie. Das Spital Wallis ist als hochspezialisiertes medizinisches Zentrum (MHS) für die Chirurgie von Eierstockkrebs anerkannt. In bestimmten Fällen können gezielte Therapien in Betracht gezogen werden.
- Gebärmutterschleimhautkrebs: Dies ist die häufigste gynäkologische Krebserkrankung mit etwa 900 neuen Fällen pro Jahr in der Schweiz. Er wird in der Regel frühzeitig erkannt. Die Behandlung kombiniert einen chirurgischen Eingriff und je nach Fall Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie oder Hormontherapie.
- Gebärmutterhalskrebs: Er steht hauptsächlich im Zusammenhang mit dem humanen Papillomavirus (HPV) und betrifft in der Schweiz jährlich etwa 255 neue Fälle. Die Behandlung hängt vom Stadium ab: Operation, Strahlentherapie und/oder Chemotherapie, Immuntherapie.
- Krebserkrankungen der Vulva und der Vagina: Diese sind seltener und betreffen vor allem ältere Frauen. Die Behandlung basiert auf einer Operation und, je nach Ausbreitung, einer Strahlentherapie und/oder einer Chemotherapie.
Unser Team arbeitet eng mit Fachärzten aus den Bereichen Chirurgie, Strahlentherapie, Pathologie und Onkogenetik zusammen, um eine umfassende und auf jede Patientin zugeschnittene Betreuung zu gewährleisten.
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Brustkrebs
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Lungenkrebs
Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten und weltweit nach wie vor die häufigste krebsbedingte Todesursache. Er betrifft vor allem Raucher oder ehemalige Raucher, doch ein wachsender Anteil der Fälle betrifft Nichtraucher, insbesondere Frauen. Man unterscheidet hauptsächlich zwei große histologische Typen: die häufigeren nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome und die aggressiveren kleinzelligen Karzinome.
Die Behandlung hängt vom Stadium bei der Diagnose, dem molekularen Status und dem Allgemeinzustand des Patienten ab.
Bei lokalisierten Formen ist die Operation die Standardbehandlung, sofern eine Resektion möglich ist; ihr geht häufig eine adjuvante Chemotherapie voraus oder folgt eine solche. In bestimmten Situationen können Immuntherapien und bestimmte zielgerichtete Therapien zum Einsatz kommen.
Bei lokal fortgeschrittenen, nicht resezierbaren Formen basiert die Standardbehandlung auf einer Kombination aus gleichzeitiger Chemotherapie und Strahlentherapie, oft gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Immuntherapie.
Bei metastasierten Formen (Stadium IV) kommen systemische Behandlungen zum Einsatz. Bei Patienten mit einer zielgerichteten molekularen Veränderung wird eine zielgerichtete Therapie bevorzugt. Lässt sich kein Zielmolekül identifizieren, basiert die Behandlung auf einer Immuntherapie in Kombination mit einer Chemotherapie.
Die Nachsorge umfasst regelmäßige klinische Untersuchungen und bildgebende Verfahren, um ein Rezidiv oder das Auftreten von Spätnebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Supportive Maßnahmen (Unterstützung bei der Raucherentwöhnung, Atemrehabilitation usw.) sind in jeder Phase unerlässlich. -
HNO-Krebserkrankungen
HNO-Krebserkrankungen (Hals-Nasen-Ohren-Krebs) umfassen eine Gruppe bösartiger Tumoren, die die Mundhöhle, den Oropharynx, den Nasopharynx, den Hypopharynx, den Kehlkopf, die Nasenhöhlen, die Nasennebenhöhlen und die Speicheldrüsen befallen. Bei den meisten dieser Krebsarten handelt es sich um Plattenepithelkarzinome, deren Hauptrisikofaktoren Tabak, Alkohol und – bei bestimmten Lokalisationen wie dem Oropharynx – eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) sind.
Die Behandlung erfolgt multidisziplinär und hängt von der Lokalisation, dem Stadium, den Begleiterkrankungen und den zu erhaltenden Funktionen (Stimme, Schlucken, Atmung) ab. Bei lokalisierten Formen (Stadium I oder II) reicht oft eine einzige Behandlung aus, entweder chirurgisch (Tumorentfernung, manchmal robotergestützt oder transoral) oder strahlentherapeutisch.
Bei lokal fortgeschrittenen Formen basiert die Behandlungsstrategie auf einer Kombination von Therapien: Chirurgie, Strahlentherapie, begleitende Radiochemotherapie.
Inoperable oder metastasierte Formen werden mit einer systemischen Chemotherapie behandelt, manchmal in Kombination mit einer Immuntherapie. Das Ziel ist es, die Krankheit zu kontrollieren, die Symptome zu lindern und das Überleben zu verlängern, während gleichzeitig eine akzeptable Lebensqualität erhalten bleibt.
Krebserkrankungen der Speicheldrüsen (Parotis, Submandibula, Sublingual) sind seltener.
Die funktionelle Rehabilitation ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung von HNO-Krebserkrankungen. Denn die Behandlungen können verschiedene Folgeerscheinungen nach sich ziehen: Sprach- und Schluckstörungen, Veränderungen des Aussehens, Mundtrockenheit usw. Eine frühzeitige Betreuung durch Logopäden, Ernährungsberater, Physiotherapeuten und manchmal auch plastische Chirurgen ist unerlässlich. -
Krebserkrankungen des Verdauungstrakts
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Er entwickelt sich langsam, meist ausgehend von kleinen gutartigen Veränderungen, sogenannten Polypen, die im Laufe der Zeit bösartig werden können. Diese Krebsart betrifft in der Regel Menschen über 50 Jahre, kann aber auch früher auftreten, insbesondere bei familiärer Vorbelastung.
Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, unerklärlicher Gewichtsverlust oder eine unerklärliche Gewichtszunahme können Warnzeichen sein.
Es gibt ein kantonales Früherkennungsprogramm für Darmkrebs, das der allgemeinen Bevölkerung ab 50 Jahren angeboten wird. Es werden zwei Früherkennungsmethoden angeboten: der Test auf okkultes Blut im Stuhl, der sogenannte FIT-Test (1x alle 2 Jahre), oder eine Koloskopie (1x alle 10 Jahre), sofern der erste Befund unauffällig war.
Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab. Sie basiert hauptsächlich auf einem chirurgischen Eingriff, bei dem der betroffene Teil des Dickdarms entfernt wird. In bestimmten Fällen wird ergänzend eine Chemotherapie angeboten. Ist der Krebs weiter fortgeschritten oder hat er sich auf andere Organe ausgebreitet, können zusätzliche Behandlungen wie zielgerichtete Therapien oder Immuntherapien in Betracht gezogen werden. Jeder Fall wird in einer multidisziplinären Besprechung erörtert, um die für jeden Patienten am besten geeignete Strategie festzulegen.Analkrebs ist eine seltene Krebserkrankung, die den Endabschnitt des Verdauungstraktes betrifft. Er entsteht aus den Zellen der Analschleimhaut. Bei den meisten Fällen handelt es sich um Plattenepithelkarzinome, die häufig mit einer anhaltenden Infektion durch bestimmte Typen des humanen Papillomavirus (HPV) in Verbindung stehen. Die Diagnose basiert auf einer klinischen Untersuchung (rektale Untersuchung, Anoskopie) und einer Biopsie der Läsion. Anschließend wird eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, um das lokale und Fernstadium des Krebses zu beurteilen. Die Behandlung von Analkrebs basiert hauptsächlich auf einer Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie, wodurch eine Operation oft vermieden werden kann.
Medikamentöse Behandlungen (Chemotherapie oder Immuntherapie) können ebenfalls angeboten werden, wenn sich der Krebs ausgebreitet hat.
Magenkrebs betrifft vor allem Menschen über 60 Jahre, wobei Männer häufiger betroffen sind. Mehrere Faktoren können seine Entstehung begünstigen: eine chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, eine chronische Gastritis, bestimmte Ernährungsgewohnheiten, Tabakkonsum oder auch eine familiäre Vorbelastung
Die Symptome sind unspezifisch und können Magenschmerzen oder -beschwerden, ein frühes Sättigungsgefühl, unbeabsichtigten Gewichtsverlust, Übelkeit oder Blut im Erbrochenen oder Stuhl umfassen.Die Diagnose stützt sich auf eine Magenspiegelung (Gastroskopie), bei der die Magenschleimhaut sichtbar gemacht und Gewebeproben entnommen werden können. Anschließend können bildgebende Untersuchungen (CT, MRT, PET-Scan) erforderlich sein, um das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen.
Die Behandlung von Magenkrebs hängt vom Stadium und der Lage des Tumors ab. Sie kann eine Operation zur vollständigen oder teilweisen Entfernung des Magens (Gastrektomie), eine Chemotherapie vor oder nach der Operation sowie in bestimmten Fällen eine Strahlentherapie umfassen.
Jeder Fall wird in einem interdisziplinären Team besprochen, um eine individuell abgestimmte Behandlung vorzuschlagen. Wenn der Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird, zielen die Behandlungen darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Speiseröhrenkrebs entsteht aus den Zellen, die die Wand der Speiseröhre auskleiden, jenem Kanal, der den Mund mit dem Magen verbindet. Es gibt zwei Haupttypen: Adenokarzinome, die oft mit chronischem gastroösophagealem Reflux in Verbindung stehen, und Plattenepithelkarzinome, die häufiger bei Rauchern und Menschen mit übermäßigem Alkoholkonsum auftreten.
Die Diagnose basiert auf einer Endoskopie der Speiseröhre mit Biopsien. Ergänzende Untersuchungen ermöglichen es, das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen. Die Behandlung hängt vom Stadium des Krebses und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Sie kann Folgendes umfassen: eine Operation mit teilweiser oder vollständiger Entfernung der Speiseröhre (Ösophagektomie), eine Chemotherapie und/oder eine Strahlentherapie. In bestimmten Fällen eine palliative Behandlung zur Linderung der Symptome, wenn die Krankheit fortgeschritten ist.Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da die Symptome zu Beginn unspezifisch sind: Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Verdauungsstörungen, manchmal Auftreten einer Gelbsucht (Ikterus).
Die Diagnose stützt sich auf bildgebende Untersuchungen und eine Biopsie. Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Sie kann Folgendes umfassen: eine Operation, wenn der Tumor resezierbar ist, eine Chemotherapie vor oder nach der Operation, eine systemische Therapie allein bei fortgeschrittener Erkrankung.
Gallenwegskrebs (Cholangiokarzinom) ist eine Krebserkrankung, die sich aus den Gallengängen entwickelt, entweder innerhalb der Leber (intrahepatisch) oder außerhalb der Leber. Diese Krebsart ist selten und kann mit bestimmten chronischen Erkrankungen der Leber oder der Gallenwege in Verbindung stehen, wie beispielsweise der primären sklerosierenden Cholangitis.
Zu den Symptomen können Gelbsucht (Ikterus), Juckreiz, Gewichtsverlust, Müdigkeit und manchmal Bauchschmerzen gehören. Die Diagnose stützt sich auf bildgebende Untersuchungen und eine histologische Analyse mittels Biopsie.
Die Behandlung erfolgt, sofern möglich, durch eine Operation, manchmal gefolgt von einer Chemotherapie. Ist eine Operation nicht durchführbar, können systemische Chemotherapie- oder Immuntherapie-Behandlungen angeboten werden.
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist die häufigste primäre Leberkrebsart. Es entsteht aus den Hauptzellen der Leber, den sogenannten Hepatozyten. Diese Krebsart tritt meist bei einer bereits geschwächten Leber auf, insbesondere bei einer Leberzirrhose.
Die Hauptursachen für eine Leberzirrhose (und damit für das Risiko einer HCC) sind chronische Hepatitis B und C, übermäßiger Alkoholkonsum oder bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen.
Die Diagnose stützt sich auf bildgebende Untersuchungen, insbesondere MRT oder CT, die manchmal durch eine Leberbiopsie ergänzt werden. Zudem werden Blutuntersuchungen durchgeführt, insbesondere die Bestimmung des Alpha-Fetoproteins (AFP), eines Tumormarkers, der bei dieser Krebsart manchmal erhöht ist.Die Behandlung hängt vom Stadium der Krebserkrankung, dem Zustand der Leber und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Sie kann Folgendes umfassen: eine Operation, lokoregionale Behandlungen wie Radiofrequenztherapie, Chemoembolisation oder gezielte Strahlentherapie sowie systemische Behandlungen (Immuntherapie oder zielgerichtete Therapien) bei fortgeschrittener Erkrankung
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Urogenitale Krebserkrankungen
Die Behandlung von urogenitalen Tumoren umfasst ein breites Spektrum an Krebserkrankungen, die die Organe des Harn- und Genitalsystems bei Männern und Frauen betreffen. Jede Tumorart weist spezifische biologische, prognostische und therapeutische Merkmale auf, doch ihre Behandlung basiert in allen Fällen auf einem multidisziplinären Ansatz, an dem Urologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Pathologen beteiligt sind.
Nierenkrebserkrankungen sind überwiegend klarzellige Karzinome. Sie werden oft zufällig bei einer bildgebenden Untersuchung entdeckt, können sich aber auch durch Blut im Urin oder Schmerzen im Lendenbereich bemerkbar machen. Die Behandlung basiert in erster Linie auf einem chirurgischen Eingriff, wobei je nach Größe und Lage des Tumors eine partielle oder totale Nephrektomie durchgeführt wird. Bei lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung können zielgerichtete Therapien (Anti-VEGF, Tyrosinkinase-Hemmer) oder Immuntherapien (Anti-PD-1/PD-L1) zum Einsatz kommen.
Blasenkrebs, der hauptsächlich durch das Urothelkarzinom repräsentiert wird, manifestiert sich meist durch makroskopische Hämaturie (80 %). Die Diagnose wird durch Zystoskopie und Biopsie bestätigt. Bei nicht-infiltrativem Tumor wird eine endoskopische Behandlung mit intravesikalen Instillationen (BCG) vorgeschlagen. Bei infiltrativen Formen (T2 oder höher) basiert die Standardbehandlung auf einem chirurgischen Eingriff, dem eine Chemotherapie vorausgeht oder auf den eine Chemotherapie folgt.
Bei metastasierten Formen ist eine systemische Therapie angezeigt.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern über 50 Jahren. Er verläuft im Anfangsstadium oft symptomfrei und wird durch einen PSA-Test oder eine rektale Untersuchung entdeckt. Die Diagnose stützt sich auf bildgesteuerte Prostatabiopsien. Lokalisierte Formen können durch aktive Überwachung, Operation oder Strahlentherapie behandelt werden. Bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Formen ist eine systemische Behandlung angezeigt.
Hodentumoren: Hierbei handelt es sich um seltene Tumoren, die vor allem junge Männer betreffen. Sie äußern sich durch eine Vergrößerung des Hodens, die oft schmerzfrei ist. Die Diagnose wird durch Ultraschall und Tumormarker (AFP, β-HCG, LDH) bestätigt, doch die chirurgische Entfernung (Orchiektomie) dient sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken. Je nach histologischem Typ und Stadium kann die Behandlung eine Chemotherapie und manchmal eine Strahlentherapie erfordern.
Penistumoren, die weitaus seltener auftreten, werden aufgrund einer verspäteten Konsultation oft erst spät diagnostiziert. Die Behandlung basiert, soweit möglich, auf einer brusterhaltenden Operation.
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Hirntumoren
Die Behandlung von Hirntumoren basiert auf einem multidisziplinären Ansatz, an dem Neurologen, Neurochirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Spezialisten für unterstützende Pflege beteiligt sind. Tumoren können primär (aus dem Hirngewebe stammend) oder sekundär (Hirnmetastasen eines extrakraniellen Krebses) sein. Sie werden nach ihrer Art (gutartig oder bösartig) und ihrem Grad klassifiziert, der von der WHO definiert wird und ihre Aggressivität widerspiegelt.
Die Behandlung wird individuell auf den histologischen Typ, den Grad, die Lage des Tumors, das Alter des Patienten und seinen Allgemeinzustand abgestimmt. Die Operation ist oft der erste Schritt, wobei eine maximale Resektion des Tumors unter Erhalt der funktionellen Strukturen angestrebt wird.
Die Strahlentherapie ist eine standardmäßige Zusatzbehandlung bei hochgradigen Tumoren. Auch die Chemotherapie wird eingesetzt, insbesondere bei hochgradigen Gliomen.
Bei Hirnmetastasen kann die stereotaktische Strahlentherapie oder die totale Hirnbestrahlung mit einer systemischen Behandlung des Primärtumors kombiniert werden. Je nach den festgestellten Mutationen werden bei bestimmten Metastasen auch zielgerichtete Therapien oder Immuntherapien eingesetzt.
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Lymphome
Das Lymphom ist eine Krebserkrankung des Lymphsystems, das Teil des Immunsystems ist. Es entsteht aus Lymphozyten, einer Art weißer Blutkörperchen. Man unterscheidet zwei große Gruppen: das Hodgkin-Lymphom und die Non-Hodgkin-Lymphome
Die häufigsten Symptome sind das Auftreten schmerzloser Lymphknoten, meist im Nacken, in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend, anhaltendes Fieber, nächtliches Schwitzen und Müdigkeit.
Die Diagnose basiert auf einer Biopsie eines betroffenen Lymphknotens oder Organs, ergänzt durch bildgebende Untersuchungen und Blutuntersuchungen. Die Behandlung hängt von der Art und dem Stadium des Lymphoms sowie vom Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten ab.
Das multiple Myelom ist eine Krebserkrankung der Plasmazellen, einer Art weißer Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet werden. Diese Zellen werden abnormal, vermehren sich unkontrolliert und produzieren eine große Menge abnormaler Antikörper. Diese Vermehrung stört die normale Funktion des Knochenmarks, was zu Anämie, Knochenbrüchigkeit, Schmerzen oder sogar zu einer Schädigung der Nieren führen kann.
Die Diagnose stützt sich auf Blut- und Urinuntersuchungen, Knochenmarkuntersuchungen und bildgebende Verfahren.
Die Behandlung hat sich in den letzten Jahren dank der Einführung neuer Therapieklassen, die das Gesamtüberleben und die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert haben, erheblich weiterentwickelt.
Bei allen Krebserkrankungen ist die Nachsorge von entscheidender Bedeutung, um Rückfälle und Nebenwirkungen der Behandlungen frühzeitig zu erkennen und die Patienten dabei zu unterstützen, ihre Lebensqualität zu erhalten, wobei bei Bedarf unterstützende Maßnahmen, psychologische Betreuung, funktionelle Rehabilitation oder Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit einbezogen werden.
Mit der Verbesserung der Prognose wird eine onkologische Rehabilitation immer notwendiger. Die onkologische Abteilung koordiniert die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure des OncoReha-Netwerks.