Pflegequalität, die im Alltag zählt: SZO erhält «Pathway to Excellence®» zum dritten Mal

Das Spitalzentrum Oberwallis (SZO) ist zum dritten Mal mit dem Qualitätslabel «Pathway to Excellence®» des American Nurses Credentialing Center (ANCC) ausgezeichnet worden. Das Label beurteilt, ob Patientensicherheit und Qualitätsarbeit im Pflegealltag nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in den Abläufen tatsächlich gelebt werden.

„Diese Auszeichnung ist ein Auftrag – und ein Dank an unsere Teams“, sagt Dr. Hugo Burgener, Direktor SZO. „Patientensicherheit entsteht nicht in der Theorie, sondern in jedem Dienst, in jeder Übergabe und in jeder Entscheidung am Bett.“

Anerkennung seit 2017 – und weiterentwickelt

Das SZO erhielt die Anerkennung erstmals 2017 und war damals das erste Spital in Europa mit diesem Label. Die erneute Bestätigung wertet das SZO als Zeichen dafür, dass die Arbeit an Standards und Abläufen nicht nachlässt. „Wir haben uns nicht auf dem Erreichten ausgeruht“, sagt Kilian Ambord, Direktor Pflege & MTT. „Wir arbeiten jeden Tag daran, Abläufe klarer, sicherer und verlässlicher zu machen – für Patientinnen und Patienten genauso wie für Mitarbeitende".

Im Alltag überprüft – nicht nur dokumentiert

Patientensicherheit entscheidet sich oft in Routineprozessen: bei Übergaben, in der Dokumentation, im Medikamentenprozess, in Diagnostik und Therapie. Genau dort setzt «Pathway to Excellence®» an. Das Verfahren prüft, ob Standards im Alltag funktionieren – nachvollziehbar, konsistent und getragen von einer Kultur, die Verbesserungen ermöglicht.

„Wenn Standards im Alltag wirken sollen, müssen sie von den Menschen getragen werden, die täglich damit arbeiten“, sagt Adrienne Zenklusen, Pflegeexpertin. „Pathway zwingt uns, genau hinzuschauen: Wo sind Risiken? Wo können wir Prozesse so verbessern, dass es für Patientinnen und Patienten sicherer wird?“

Sechs Standards – und eine Befragung der Mitarbeitenden

Gefordert ist der Nachweis von sechs Standards: gemeinsame Entscheidungsfindung, Führung, Sicherheit, Qualität, Wohlbefinden und berufliche Entwicklung. Zum Anerkennungsverfahren gehören eine strukturierte Einreichung, die Prüfung durch das ANCC sowie eine Mitarbeitendenbefragung. Mitarbeitende geben dabei Rückmeldung, ob die Standards im Arbeitsalltag tatsächlich ankommen.

„Dass unsere Mitarbeitenden das in der Befragung bestätigen, ist der Kern dieser Anerkennung“, sagt Kilian Ambord. „Es zählt, was im Alltag erlebt wird – nicht, was auf dem Papier steht.“

Nächstes Ziel: Magnet Hospital 2027/28

Die dritte «Pathway»-Anerkennung ist aus Sicht des SZO zugleich ein Meilenstein auf einem Weg, der 2016 begonnen hat: mit einem Kulturwandel in der Pflege, um die Patientensicherheit und Qualität langfristig zu stärken. „Die aktuelle Auszeichnung ist die dritte und letzte Etappe, bevor das Verfahren zur Anerkennung als Magnet Hospital startet“, so Kilian Ambord.

Das Ziel ist die Magnet Hospital-Anerkennung 2027/28 – als erstes Spital der Schweiz. „Nicht als Prestigeprojekt, sondern weil Magnet für das steht, was wir im Alltag konsequent verankern wollen: exzellente Pflege, Mitgestaltung, berufliche Entwicklung und eine Kultur, in der Qualität und Sicherheit selbstverständlich gelebt werden.“

Was internationale Studien nahelegen

Direkte Ursache-Wirkungs-Beweise sind in der Spitallandschaft schwer zu erbringen – zu viele Faktoren spielen hinein. Internationale Vergleichsstudien deuten jedoch klar darauf hin, dass Spitäler mit einer solchen Anerkennung im Durchschnitt bessere Werte erreichen, etwa bei Sicherheitskultur, wahrgenommener Pflegequalität und Patientenzufriedenheit. Entscheidend ist dabei weniger das Label selbst als das, was es erzwingt: klare Standards, konsequente Umsetzung – und Teams, die Verbesserungen mittragen.

Teil eines kleinen europäischen Netzwerks

In Europa gibt es inzwischen weitere Organisationen mit dieser Anerkennung – vor allem im Vereinigten Königreich und in Irland, darunter Northampton General Hospital, Moorfields Eye Hospital oder St James’s Hospital in Dublin. Das SZO bleibt damit Teil einer vergleichsweise kleinen Gemeinschaft von Spitälern, die das Arbeitsumfeld in der Pflege als wichtigen Qualitäts- und Sicherheitsfaktor ins Zentrum stellen.

Dank an Pflege und MTT

Das SZO versteht die Auszeichnung als Teamleistung und dankt den Mitarbeitenden der Pflege sowie der Medizinisch-Technischen Dienste und Therapien (MTT). „Pflege und MTT sind dort, wo Qualität entsteht: nah am Menschen, präzise in der Ausführung und stark im Team“, sagt Kilian Ambord. „Diese dritte Auszeichnung gehört ihnen.“